Mühlen - Reporter

Quelle: Kreiszeitung   Text eingestellt: Carsten Lucht

 

 Windmühle Martfeld   "Fehsenfeldschen Mühle"

 In der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld deutet Heinrich Gräpel auf die beiden maroden Balken sowie das gebrochens Steinlager. ( Steinlager, ca.18 cm einsturz.)




Dringende Aufgaben

Lange lässt es sich nicht mehr aufschieben.  Immerhin ruhr auf den beiden maroden Balken ganz weit oben in der Fehsenfeldschen Mühle  normalerweise ein Gewicht von gut drei Tonnen.   Doch diese Last können die Balken angesichts des fortgeschrittenen Fäulnisprozesses kaum noch tragen. So haben die Aktiven des Mühlenausschusses des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) Martfeld die aufliegende Welle nut Wagenhebern angehoben. Doch ein starker Sturm könnte diese Konstruktion ins Wanken bringen. Ein baldiger Austausch der alten Balken und des schaften Wellenlagers scheint nötig. 


Zahn der Zeit nagt mächtig an der Mühle

Schäden sollen möglichst bald behoben werden.

Die gewaltigen Balken haben schon einiges ausgehalten.  1871 haben die Baumeister der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld die in Form geschlagenen Fichtenstämme ganz weit oben in der Mühlenkappe, in luftigen 28 Meter Höhe, in ihre Position gewuchtet.  Doch irgendwann muss auch der stärkste Balken klein bei geben.
Im Falle der Fehsenfeldschen Mühle sind es jetzt gleich zwei Balken sowie das Steinlager der Flügelwelle, der sogenannte Katzenstein.  Diese miteinander verbundenen Elemente unterm Mühlendach sind derart marode, dass sie schnellstmöglichst erneuert werden müssen.  Doch bevor die Zimmerleute anrücken können, gilt es die Finanzierunng zu klären.  Ersten Schätzungen folgend wird mit einem Kostenaufwand von um  die 12000 Euro gerechnet.
So kann seit fast einem Jahr  das eigentlich voll funktionsfähige Denkmal und Martfelder Wahrzeichen nicht in  Gang gesetzt werden.  "Das tut der gesamten Technik, die komplett aus Holz besteht, gar nicht gut", sagt Heinrich Gräpel, der im Heimat- und Verschönerungsvereins  (HVV) Martfeld dem Ausschuss für Mühlentechnick vorsteht. Immerhin könnte der Holzbock die Ruhephase der Mühle als eine Einladung zum ausgiebigen Festmahl betrachen.....
Auf dem Katzenstein und den beiden übereinander lagernden, maroden Balken ruht das gesamte Gewicht der oberen Welle und folglich auch der Windmühlenflügel, immerhin rund drei Tonnen.  "Der ständige Feuchtigkeitseintritt hat den Balken zugesetzt", erklärt Gräpel.  Die Fäulnisprozesse seien mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Balken deulich sichtbare Schäden aufweisen und ihre Tragfähigkeit eingebüßt haben. Der Katzenstein ist sogar teilweise in den morschen Balken eingesunken. 
"Um die beschädigten Balken zu entlasten, haben wir die Welle mit zwei Wagenhebern abgestützt", sagt Gräpel.  Doch so ganz vertraut er dieser Hilfskonstruktion nicht.  "Ein Sturm könnte das Ganze destabilisieren."  Eine zeitnahe Reparatur sei daher ratsam.  Am vergangenen Freitag hat sich ein Fachmann aus der Region die Beschädigungen angesehen.  Gräpel rechnet in den nächsten Tagen mit einem Angebot des Betriebes.  "Erst mit einer konkreten Kostenaufstellung kann ich mich um Fördermittel für die Reparatur bemühen", sagt Gräpel.  Klar sei, dass die Kosten bei weitem die finanziellen Möglichkeiten des HVV als Pächter der Mühle überschreiten werden. Doch da dem Verein in der Vergangenheit Mittel aus verschiedenen Fördertöpfen zum Erhalt des Denkmals zur Verfügung gestellt wurden, ist der Martfelder guten Mutes, dass der Verein auch in diesem Fall auf unterstützung bauen kann. 
Das gelte umso mehr, da das Wirken des HVV in Bezug auf die Mühle in der Samtgemeindeverwaltung engagiert unterstützt werde, wie Gräpel betont.  Doch wie es oft so ist, kommt eins zum anderen. Und wer sich ein wenig mit ältern Bauwerken auskennt, mag erahnen, dass sich die Mühle mit der noch 2012 geplanten Großreparatur keinesfalls zufrieden gibt. 
So wurden weitere, dringende Reparaturen auch schon fest ins Visier genommen.  Ganz oben auf der Liste der zu erledigenden Arbeiten steht die Reparatur von insgesamt vier Holztreppen in den oberen Geschossen der Mühle. Abnutzung und wiederum Wassereintritt haben insbesondere den Stufen und den Wangen massiv zugesetzt.   "Für die Öffentlichkeit ist der  Zugang schon seit zwei Jahren gesperrt", sagt Gräpel.  Die notwendigen Arbeiten wollen die Mitglieder des Mühlenausschusses zum Teil kostensparend in Eigenleistung erbringen.
Ähnlich werden die Mühlenfreunde auch bei den Holztüren im oberen Teil der Mühle verfahren. Auch hier hat die Norddeutsche Witterung deutliche Spuren hinterlassen, müssen die Türen komplett ersetzt werden. So rechnet Gräpel insgesamt mit Kosten in Höhe von rund 3600 Euro für die Instandsetzung dieser Bauteile. Möglichst noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten aufgenommen und auch abgeschlossen werden. 
Wer nun meint, dass die Mühle nach derart intensiverZuwendung Ruhe gibt, der irrt.  Damit in dem alten Gemäuer auch weiterhin Musikgruppen proben, Liebbende sich das Jawort geben und sich Besucher im Rahmen von Besichtigungstagen umsehen können, müssen die Räumlichkeiten im untern Teil der Mühle nutzbar sein und gepflegt erscheinen. Doch sorgt von außen  eindringende Feuchtigkeit für Schäden am Innenputz.
Die nächste "Großbaustelle" steht damit schon fest:  Die Außenwände müssen neu ausgefugt, im Innern der Putz zum Teil erneuert und die Wände neu gestrichen werden.  Gräpel:  "Das muss in den nächsten drei Jahren in Angriff genommen werden."  Achja, und dann ist da noch ein Dieselmotor, der wieder Instand gestzt werden müsste....



 Quelle: Kreiszeitung         Text eingestellt: Carsten Lucht

 

 



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